Skialpin am Hochschwab

Der Hochschwab ist in seiner Dimension (immerhin umfasst er über 600 km² Fläche und mehr als 20 Zweitausender) eine der letzten wirklich hochalpinen Gebirgslandschaften im Osten des Alpenbogens.
Daher muss die erste winterliche Skibesteigung des „Schwaben“, wie er von den Einheimischen liebevoll genannt wird, mit Respekt betrachtet werden. Denn bereits 1895, also vor fast 120 Jahren, bestieg der Mürzzuschlager Hotelier und Tourismusvisionär Toni Schruf den Gipfel, um dann mit den Holzbretteln (natürlich ohne Stahlkanten und Sicherheitsbindung!) ins Tal zu schwingen.
Jener Toni Schruf, der nur drei Jahre vorher mit der Skibesteigung des Stuhlecks den ersten Alpengipfel überhaupt mit den beiden Bretteln´, die für manche die Welt bedeuten, erklommen hatte.

 

Unsere Tour

Ausgehend vom Parkplatz an der B20 in Seewiesen rutschen wir ein paar Meter in Richtung untere Dullwitz bis zum nicht geräumten Sommerparkplatz.
Dort statten wir unsere Tourenski mit den Steigfellen aus und wandern bis zur, im Winter nicht bewirtschafteten, Florlhütte. So nähern wir uns unserem nächsten Zwischenziel, dem sogenannten Franzosenkreuz.

 

Flucht vor den Franzosen

Das Franzosenkreuz auf 1.449m Seehöhe hat seinen Namen von den gleichnamigen Kriegen, als die Einheimischen vor den Truppen Napoleons hierher in die unzugängliche Bergwelt flüchteten.
Heute ist die Gegend hier wesentlich friedlicher, nur Gämsen, die auf den abgewehten Schutthalden nach Gräserresten suchen, beleben die sonst erstarrte winterliche Bergwelt. A propos Gämsen – das Hochschwabgebiet, auch als „Steirisches Gamsgebirg“ bezeichnet, zählt zu den gämsenreichsten Regionen Europas. 
Nun geht es aber kurz bergab und dann wieder steiler bergauf durch das sogenannte "Voisthaler Gassl" zur gleichnamigen, im Winter meist unbewirtschafteten, Hütte. Es wird ab hier wieder flacher, die obere Dullwitz ist erreicht. 
Noch vor dem Erreichen der imposanten Felsbarriere der Hochschwab-Südwand wendet sich unser Weg, nun wieder steiler, nach rechts und folgt dem Graf Meransteig (Stangenmarkierung) in Richtung Schiestlhaus. Jetzt sollten wir besonders auf allfällige lawinengefährliche Hänge achten und bei Nebel ist die Orientierung hier schwierig! Bald aber erreichen wir das nach neuesten ökologischen Standards errichtete Schiestlhaus. Auch dieses ist im Winter nicht bewirtschaftet.

 

Die letzten Meter bis zum Gipfel

Nun ist es nicht mehr weit und bei schönem Wetter eröffnet uns jeder Schritt gipfelwärts einen neuen Teil des grandiosen Hochschwabpanoramas, welches dann am 2.277m hohen Gipfel seine volle Pracht entfalten kann.
Von den Gletschern des Dachsteins im Westen bis nach Ungarn im Osten reicht der Rundblick. Nach dem Panoramagenuss geht es auf zwei Brettln´ am Anstiegsweg rasch wieder abwärts. Vorbei an Schiestlhaus und Voisthalerhütte erreichen wir die Florlhütte und, nach einem Forstweg"plattler", unseren Ausgangspunkt beim gastlichen „Seeberghof“. So können wir, müde aber zufrieden, den Tag kulinarisch ausklingen lassen.
Sämtliche Tourentipps, Kommentare samt Tourenforum gibt es jetzt auch online auf www.woche.at unter Tourentipp-Hochsteiermark

 

Tourinfo kompakt:

• Ausgangs- und Endpunkt: Parkplatz an der B20 – Seewiesen, schräg gegenüber des „Seeberghofes“. 
Erreichbar von Turnau über die Mariazeller Bundesstraße B20
• Gipfel: Hochschwab, 2.277 Meter
• Aufstieg zirka 1.370 Höhenmeter, Abfahrt zirka 1.370 Höhenmeter
• Gehzeit gesamt: 7 bis 8 Stunden
• Wegstrecke gesamt: 24 Kilometer
• Stützpunkte entlang der Tour: Voisthalerhütte und Schiestlhaus, nur Winterräume geöffnet!
• Familien- bzw. Kindereignung: nein
• Schwierigkeit: hochalpine Wintertour, Lawinengefahr beachten, Wetterbericht einholen, lange, konditionell anspruchsvolle Unternehmung! Schneeschuhe: nur für sehr geübte Schneeschuhwanderer geeignet!

Kontakt

Andreas Steininger

GF Naturpark Mürzer Oberland

Freizeit- und Tourismusmanagement,

dipl. Geograf, Bergretter,

staatl. gepr. Berg- und Skiführer

 

Ich freue mich über Ihren Anruf ..

 

Festnetz: +43 3865 20205

Mobil: +43 664 3449278

 

 

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(c) Andreas Steininger, 2018, letzte Änderung 16.07.2018