Ein Gang an der Grenze

Es waren kurioserweise Bergsteiger aus Mödling bei Wien, die Anfang des 20. Jahrhunderts im Bereich des sogenannten Treffnerbodens eine Unterkunft für Alpinisten errichteten – daher auch der Name unseres heutigen Tourenausgangspunktes.

 

 

 

 

Alpine Spielwiese Gesäuse
Beschäftigt man sich aber mit der Geschichte des Bergsteigens in dieser Region, so ist diese Tatsache dann nicht mehr so verwunderlich. Denn gerade die Gesäuseberge waren die alpine Spielwiese für die Wiener Klettergilde. Berühmte Alpingrößen wie etwa der Erstdurchsteiger der Eiger Nordwand, Fritz Kasparek, bestimmten hier das alpine Treiben in den 30-er Jahren des vorigen Jahrhunderts.
Liebhabern solcher lesenswerten Bergsteiger(schauer)geschichten seien die Bücher von Hans Schwanda und Kurt Maix empfohlen. Hier wird in oft atemberaubenden Schilderungen vom wilden Kampf in den noch wilderen Nordwänden der Gesäuseberge erzählt.

 

Wanderung mit Weitblick
Unsere Tour erlaubt es uns, zumindest aus der Ferne einen Blick in diese himmelhohen Kletterwände zu werfen, ohne gleich Leib´ und Seele riskieren zu müssen. Denn nach dem Erreichen der Mödlinger Hütte vom Parkplatz am Ende der Mautstraße, die uns aus dem westlichsten Eck der Hochsteiermark, aus Gaishorn, hier heraufbringt, starten wir mit dem Panoramaweg über die Flitzenalm und das Kaiblinggatterl zum 1.778m hohen Lahngangkogel. Zunächst geht es für uns von der Hütte abwärts auf einem markierten Waldsteig und, nach Erreichen eines Forstweges, rechtshaltend in Richtung Wandfuß der Südwand des Admonter Reichensteins.

 

Durch die Schwarzbeerstauden
In westlicher Richtung erreichen wir dann nach einem etwas anstrengenden Aufstieg das markante Kaiblinggatterl mit einem großen Wegweiser. Hier könnten wir nach einem kurzen Abstieg (den wir aber dann wieder heraufgehen müssen) die gastliche Oberst Klinke Hütte erreichen, um uns eine Rast zu gönnen.
Unser eigentlicher Weg führt uns aber über eine kleine Wiese links aufwärts in Richtung Süden. Der Weg ist hier teilweise recht steil und einige Wurzeln, die unseren Steig "verzieren", verlangen ein ordentliches und konzentriertes Gehen.
Bald erreichen wir einen baumfreien Wegabschnitt, der einerseits mit Almrausch und andererseits mit Schwarzbeerstauden versehen ist. Hier lohnt es sich, einen kurzen Blick zurück zu riskieren, denn das herrliche Gesäusepanorama ist wirklich sehenswert.

 

Tauern- und Seeblick
Nach wenigen Minuten stehen wir dann auch schon auf dem Lahngangkogelgipfel. Das Gipfelkreuz ist zwar etwas ramponiert, beeinträchtigt dadurch aber nicht den herrlichen Blick ins Tal und somit auf Gaishorn am See sowie auf die gegenüberliegenden Tauernberge mit dem markanten Bösenstein.
Der Abstieg führt uns über die im Sommer bewirtschafteten Hütten der Wagenbänkalm zurück bis zum Kaiblinggatterl. Ab hier geht es dann am schon bekannten Aufstiegsweg retour zur Mödlinger Hütte und somit zur wohlverdienten Jause.

 

 

Tourinfo kompakt:
• Ausgangs- und Endpunkt: Mödlinger Hütte, bewirtschaftet bis Anfang November, Tel.: 0680 2057139.
• Aufstieg: vom Parkplatz / Mautstrasse bis zur Hütte ca. 30 Minuten, von der Hütte zum Lahngangkogel rund 2 Stunden.
• Gehzeit gesamt: 5 Stunden
• Stützpunkte entlang der Tour: Mödlinger Hütte (siehe oben), Oberst Klinke Hütte (etwas abseits des beschriebenen Weges, Tel.: 03613 2601).
• Familien- bzw. Kindereignung: für größere Kinder ja, die Mödlinger Hütte selbst ist auch für Familien mit kleineren Kindern problemlos erreichbar. Hier bieten sich dann kürzere Wanderungen (Treffnersee, Heldenkreuz, Spielkogel) an.
• Schwierigkeit: keine
• Hinweis: die Mödlinger Hütte kann auch mit dem Mountainbike "erradelt" werden.

Kontakt

Andreas Steininger

GF Naturpark Mürzer Oberland

Freizeit- und Tourismusmanagement,

dipl. Geograf, Bergretter,

staatl. gepr. Berg- und Skiführer

 

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(c) Andreas Steininger, 2018, letzte Änderung 16.07.2018